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Wer braucht schon Startzeiten?

Auch am zweiten Wochenende des stadtweiten Vergleichs der Sportschützen blieb die Frage, wie viel Stadt noch in der Stadtmeisterschaft steckt, bestehen, wenngleich sich die Protagonisten geändert hatten. Mit Luftpistole, 25-Meter-Pistole (Sportpistole), 50-Meter-Pistole (Freie Pistole) sowie Luftpistole Auflage und Sportpistole beidhändig für die Seniorenklassen standen in der Sporthalle Krefelder Straße die Kurzwaffen-Disziplinen an, wie üblich dominiert vom starken Aufgebot des PSV Duisburg – nur mit Ausnahme der Luftpistole Auflage, die fast ausschließlich vom BSV Wedau bestritten wurde. In den Herren- und Damenklassen traten einzig der Beecker Bürgerschützenverein, ETuS Wedau und der BSV Rheinhausen-Bergheim in Konkurrenz zu den PSVlern.

Hatten im Vorfeld zumindest bei den Rheinhausern falsche und fehlende Startzeiten für Verwirrung gesorgt, war das Langwaffen-Wochenende doch alles in allem glatt verlaufen. Das Kurzwaffen-Wochenende dagegen war von hohem Maß an Frust geprägt – was keinesfalls an den erreichten Leistungen lag. Auch die altersschwachen Anlagen an der Krefelder Straße hielten tapfer der ungewohnten Dauerbelastung stand. Ein einzelner Ausfall auf der 50-Meter-Anlage und eine zuvor schon beschädigte und kurzfristig nicht zu reparierte Beleuchtung auf dem 10-Meter-Stand waren kompensierbar, zumal auf der 50-Meter-Anlage am Samstag ohnehin nur die Präzisions-Durchgänge der Sportpistole geschossen wurden, bei denen – entsprechend der Standkapazität auf der Duell-Anlage – nur jeweils fünf Schützen gleichzeitig starten konnten.

Umso unverständlicher erschien es, dass bereits im Laufe des Vormittags sich die Starts der einzelnen Lagen derart verzögerten, dass am Nachmittag die vorab ausgegeben Startzeiten überhaupt nicht mehr beachtet wurden.

Vor allem für die Luftpistolen-Schützen des BSV Rheinhausen-Bergheim mit der gemeinsamen Startzeit 14:15 Uhr geriet dies zum Ärgernis. Knapp 25 Minuten vor ursprünglichem Beginn der Lage, drei Rheinhauser waren eben erst eingetroffen, erging der Aufruf: Wer jetzt Luftpistole schießen will, kann auf den Stand. Vier BSV-Schützen ergatterten einen Platz, die übrigen drei mussten über eine Stunde warten. Dass zwischenzeitlich die Starter außerdem noch vor ihrer Startzeit als nicht angetreten in den Ergebnislisten geführt wurden, sorgte für zusätzliche Irritation.

Am Sonntag waren für die Freie Pistole zwei Bahnen je Startzeit vorgesehen. Als die BSV-Starter an der Reihe waren, sollte die Lage bereits knappe 30 Minuten früher beginnen, so dass einzelne Schützen herbeitelefoniert wurden – auch am Samstag schon Praxis. Eine optimistischen Annahme, die Sportler stünden den ganzen Tag für den Wettkampf Gewehr, bzw. in diesem Fall Pistole bei Fuß. Am Ende fanden sich die Rheinhauser zu dritt mit zwei weiteren Teilnehmern im Wettkampf wieder.

Immerhin, über die Ergebnisse konnte der BSV Rheinhausen-Bergheim auch diesmal nicht klagen. Pistolen-Spitzenmann Adam Jemiola holte bei den Herren III sowohl in der Luftpistole (356 Ringe) als auch in der Sportpistole (259) Platz zwei und lag damit sogar noch mindestens zehn Ringe unter seiner üblichen Leistung. Ebenfalls Platz zwei sicherte sich erkältungsgeschwächt Martin Breuer mit der Luftpistole bei den Herren I (349), gefolgt von Vereinskollege Mert Ҫetinkaya (276), der seine erste Meisterschaft absolvierte. Auch Christa Jemiola belegte bei den Damen III den dritten Platz (272).

Zwei weitere Stadtmeistertitel für Rheinhausen holte außerdem Volker Tiedtke (Herren II) in der Freien Pistole (217) und in der Sportpistole (271). Auch der Titel in der Luftpistole wäre im Bereich des Möglichen gewesen. Allerdings wurde der Abzugswiederstand von Tiedtkes Luftpistole als zu leicht befunden – was bei Kreis-, Bezirks- und Landesmeisterschaften bisher nie beanstandet worden war, und auch nicht nur bei ihm an diesem Tag moniert wurde. Mit dem angesichts der Gesamtsituation wohl nötigen Humor hakte er den Wettkampf für sich als erweitertes Training für die anstehenden Kreismeisterschaften ab.

Die Gesamtbilanz der beiden Wettkampfwochenenden lautet für den BSV Rheinhausen-Bergheim nunmehr zwölf Stadtmeistertitel, neun zweite und acht dritte Plätze aus insgesamt 48 Starts – und wieder einmal einen Eindruck hinterlassen zu haben bei den rechtsrheinischen Vereinen, mit denen die Rheinhauser aufgrund der Verbandsstrukturen sportlich frühestens auf Landesverbandseben zusammenkommen.

Vorne mitmischen!

Wie viel Stadt steckt eigentlich noch in der Stadtmeisterschaft?

Diese Frage ließ sich auch in diesem Jahr beim Blick auf das Starterfeld am ersten Wochenende der Stadtmeisterschaft Sportschießen nur schwer vermeiden. Vor allem am Samstag in den Kleinkalibergewehr-Auflage-Disziplinen traten fast ausschließlich die Seniorinnen und Senioren der St. Sebastianus Schützenbruderschaft von 1420 und des BSV Wedau an, am Sonntag beim Luftgewehr waren immerhin noch einzelne Schützen aus den Vereinen in Duissern und Walsum dabei. Umso mehr Ansporn für die Sportschützen des BSV Rheinhausen-Bergheim, diesmal mit möglichst vielen Startern aufzutreten.

Von 35 Meldungen einschließlich Mannschaften in den Langwaffen-Disziplinen brachten es die Rheinhauser auf 30 Starts – die Wettbewerbe im Kleinkalibergewehr (KK) Liegendkampf und KK Dreistellungskampf waren von vorn herein wegen zu geringer Teilnahme abgesagt worden, ein BSV-Schütze fiel aus – und holten zehn Stadtmeistertitel, fünf zweite und fünf dritte Plätze.

Dabei hatten im Vorfeld der knappe Meldeschluss rund eine Woche vor dem ersten Wettkampfwochenenden, für ganze Disziplinen fehlende oder für die falsche Disziplin am falschen Tag herausgegebene Startzeiten für Unmut bei den Schützen gesorgt. Als Austragungsort hatte die Fachschaft anstatt der doppelt so großen und gerade für Senioren weitgehend barrierefreien, aber technisch stark in die Jahre gekommenen Anlage in der Sporthalle Krefelder Straße den Vereinsschießstand der St. Sebastianus Schützenbruderschaft in Wedau gewählt. Hier fiel jedoch im Laufe des Samstages eine von vier 50-Meter-Bahnen aus, wodurch die Startzeiten nicht mehr eingehalten werden konnten. Noch länger wurde jedoch der Sonntag. Zwar standen bei den St. Sebastianern fünf 10-Meter-Bahnen für die Luftgewehr-Wettkämpfe zur Verfügung (in Rheinhausen acht), doch war die Starterzahl ungleich höher, nicht nur bei den Senioren, sondern auch durch die Damen-, Herren-, und Nachwuchswettbewerbe.

Nachwuchsschützen mit dem Luftgewehr brachten übrigens ausschließlich die Rheinhauser an den Start. So hatten Finia Hirche (Schüler w, 132 Ringe), Nikolas Niedworok (Jugend m, 310) und Bruno Golubić (Junioren II m, 321) ihre Stadtmeistertitel sicher. Auch bei den Damen und Herren blieben die großen Traditionsvereine weitgehend außen vor. Den Titel bei den Herren I holte Marc Rocke mit 340 Ringen vor einem einzigen Konkurrenten aus Duissern nach Rheinhausen. Daniela Breuer konnte mit 370 Ringen an die Damen des ETuS Wedau, immerhin Landesoberligisten, Anschluss halten und machte den dritten Platz.

In den Senioren-Wettbewerben Luftgewehr Auflage (LGa), KK-Gewehr Auflage (KKa) und KK-Gewehr Zielfernrohr Auflage (KKa ZF) setzten vor allem zwei Rheinhauser Ausrufezeichen: Markus Wolfgarten (Sen I) und Walter Heßhaus (Sen III) holten den Titel in allen drei Disziplinen. Vor allem Heßhaus‘ 313,1 im LGa, wo die Vereinskollegen fast durch die Bank geschwächelt hatten, sorgte für Aufsehen. Er selbst kommentierte das Ergebnis nur mit einem lakonischen „OK“.

In den KK-Diszplinen den Platz zwei abonniert hatte Monika Breuer hinter Monika Mai vom BSV Wedau bei den Senioren II w, ebenso wie Rolf Kroniger bei den Senioren IV m. Harald Breuer holte den Titel im KKa ZF und Platz zwei im KKa bei den Senioren II m. Und auch Wolfgang Letsch konnte sich in der einzigen Disziplin, in der er angetreten war, über eine Medaille freuen: Platz drei im KKa ZF der Senioren III m.

Am kommenden Wochenende, 21. und 22.09. folgen die Pistolenwettbewerbe mit Luftpistole, Freier Pistole und Sportpistole, diesmal in der Sporthalle Krefelder Straße, die als einzige die für die Pistolendisziplinen notwenigen Anlagen bereit hält. Auch hier werden die Sportschützen des BSV Rheinhausen-Bergheim wieder stark vertreten sein.

Abschluss der LVM – Spiegel der Situation des Schießsports in Duisburg

Der Abschluss der Landesverbandsmeisterschaft des Rheinischen Schützenbundes für Duisburgs Sportschützen war einmal mehr dazu geeignet, die Situation des Sports in der Stadt vor Augen zu führen. Gewissermaßen allein auf weiter Flur traten Frank Wenders (Herren II) vom DJK Buchholz und Daniela Breuer (Damen I) vom BSV Rheinhausen-Bergheim in den Standarddisziplinen des Kleinkalibergewehrs, Dreistellungskampf 3×20 und Liegendkampf, an.

Besonders bei den Damen I lag das Leistungsniveau auf den vorderen Plätzen hoch. Landesmeisterin in beiden Disziplinen wurde mit 589 (3×20), bzw. 597 (Liegend) von 600 Ringen Amelie Kleinmanns, Bundeskader-Schützin vom SC Tell Schmalbroich, auf die Daniela Breuer bereist in den Bezirksmeisterschaften des Bezirks Linker Niederrhein traf. An etwaige Titel war also von vorn herein nicht zu denken. Doch selbst für Breitensportler-Niveau waren 493 Ringe mit einer drei im knienden Anschlag und Platz 15 alles andere als zufriedenstellend. Für die Qualifikation im Liegendkampf hatten bei der Bezirksmeisterschaft zwölf Ringe gefehlt.

Besser lief es für Frank Wenders. Mit 544 Ringen kam er im Dreistellungskampf auf Platz acht, mit 14 Ringen Abstand zum Landesmeister Michael Schneider vom Post SV Düsseldorf. Im Liegendkampf brachten 577 Ringe ihn auf Platz 14. Landesmeister Jochen Schmitz von den Pankratius Sportschützen Inden/Altendorf hatte 588.

Sich gedulden mussten die Starter im KK-Gewehr 100 Meter Auflage der Seniorenklassen. Waren die Teilnehmerzahlen in den Freihand-Wettbewerben nicht nur aus Duisburger Sicht überschaubar, musste in dieser Disziplin die Wettkämpfe gleich auf zwei Wochenenden verteilt werden, so dass Monika Breuer vom BSV Rheinhausen-Bergheim, Monika Mai vom BSV Wedau sowie Hans-Peter Filbrandt, Dieter Horstkamp, Elke Momber, Notker Neilson, Jochen Herzog und Lothar Bargel von der St. Sebastianus Schützenbruderschaft 1420 sich geldulden mussten, bis die abschließenden Ergebnisse feststanden.

Am besten schnitt Hans-Peter Filbrandt bei den Senioren II (m) ab. Mit 314,4 holte er Platz sechs. Nur 9,3 Ringe hinter ihm lag Vereinskollege Dieter Horstkamp. Im xx Schützen starken Teilnehmerfeld bedeutete das aber Platz 51. Bei den Senioren II (w) lagen die Ergebnisse dicht beieinander. Monika Mai kam mit 299,4 auf Platz 17, Monika Breuer mit 298,2 auf Platz 18 und Elke Momber mit 296,9 auf Platz 20. Notker Neilson (Senioren III, 298,3), Jochen Herzog (Senioren IV, 301,8) und Lothar Bargel (Senioren V, 302,3)starteten jeweils als einzige Duisburger in ihren Altersklassen und holten dort die Plätze 45, 44 und 39.

Pistolenmannschaften weiter auf Erfolgsspur

Eine weitere siegreiche Bezirksliga-Woche haben die Pistolenmannschaften des BSV Rheinhausen-Bergheim hinter sich gebracht.

Am Montag hatte die Sportpistolen-Mannschaft die Polizeisportschützen Moers an der Krefelder Straße zu Gast. Diesmal vollzählig Anwesend, waren die Rheinhauser mit den Ergebnissen von Adam Jemiola (273:205), Volker Tiedtke (268:195) und Udo Knieper (204:155) den nur in Mindestbesetzung angetretenen Moersern deutlich überlegen und gewannen 6:0. Beim Rückkampf zwei Tage später konnte insbesondre Udo Knieper sein Ergebnis noch einmal steigern. Mit 278:209 (Adam Jemiola), 269:198 (Volker Tiedtke) und 223:177 (Udo Knieper) entschieden die Sportpistolen-Schützen des BSV Rheinhausen-Bergheim auch diesen Wettkampf für sich. Vier von sechs anstehend Wettkämpfen in Gruppe 3 der Bezirksliga hat die Mannschaft nun erfolgreich hinter sich gebracht. Erst im September stehen die letzten beiden Begegnungen mit der Pistolensportgilde Moers an.

Zeit zum Ausruhen bedeutet das allerdings vor allem für die drei Punktebringer nicht, denn sie gehören auch der Luftpistolenmannschaft um Mannschaftsführerin Jessica Anoune an, und die war am Donnerstag zum ersten Wettkampf der Saison zum SFT St. Tönis eingeladen. Hier fiel das Ergebnis denkbar knapp zu Gunsten des BSV aus. Während Adam Jemiola sicher mit 367:355 punktete, reichte es bei Volker Tiedtke mit 350:349 nur gerade eben. Da Jessica Anoune mit 337:342 ihre zwei Punkte an St. Tönis abtreten musste, schrammte die Mannschaft mit nur einem Ring an einem Unentschieden vorbei. So hieß das Endergebnis 4:2 für Rheinhausen. Am übernächsten Donnerstag erwarten die Rheinhauser den SFT zum Heimkampf an der Krefelder Straße.

Ein Ring fehlte zum Treppchen

497 lautete das Ergebnis von Adam Jemiola vom BSV Rheinhausen-Bergheim bei der Landesverbandsmeisterschaft des Rheinischen Schützenbunde in der Disziplin Freie Pistole. Und 497 lautete auch das Ergebnis von Thomas Kindler vom Schießsportverein Netzbach aus dem Rhein-Lahn-Kreis.

60 Schuss auf einer Distanz von 50 Metern umfasst das Programm der Freien Pistole, maximal 600 Ringe sind also möglich. Das einschüssige Sportgerät mit dem langen, dünnen Lauf wir dabei locker in der Hand gehalten, die von einem Formgriff umschlossen ist. Die Form und der äußerst sensible Abzug machen den hohen Anspruch gegenüber den anderen Pistolendisziplinen im DSB aus. Dass neben der sanierungsbedürftigen Anlage an der Krefelder Straße und dem Schießstand der St. Sebastianus Schützenbruderschaft von 1420 in ganz Duisburg keine 50-Meter-Anlagen zum Training zur Verfügung stehen, dürfte mit dazu beigtragen haben, dass über alle Altersklassen außer Adam Jemiola nur Marius Peter Matynko vom PSV Duisburg sowie Wolfgang Letsch vom BSV Rheinhausen in der Senioren-Disziplin Freie Pistole Auflage bei der Landesmeisterschaft an den Start gingen.

Gleichstand lautete also das Ergebnis am Ende des Wettkampftages in Essen-Bergeborbeck zwischen dem Rheinhauser Jemiola und dem Netzbacher Kindler. In solchen Fällen werden die einzelnen Serien des Durchganges zu je zehn Schuss herangezogen. Doch auch die zehnte Serie war bei beiden mit jeweils 72 Ringen gleich. Entscheidend wurde also die neunte: Adam Jemiola 90 Ringe, Thomas Kindler 91 Ringe, und damit der dritte Platz im Wettbewerb.

PSV-Schütze Martynko kam mit 439 Ringen ohne Serienvergleiche auf Platz 13. Bei den Senioren III landete der Rheinhauser Wolfgang Letsch mit 153 auf Platz 26.

Sauna in Gymnich

Kein Vertun, Sportschießen gehört zu den Sommersportarten. Aber so viel Sommer wie in am vergangenen Sonntag hätte es dann doch nicht sein müssen, als der RSB zu den Landesverbandsmeisterschaften in der Disziplin Kleinkalibergewehr 50m auf die Anlage der St. Sebastianus Schützenbruderschaft in Gymnich geladen hatte.

Die Disziplin mit der Nummer 1.42 in der Sportordnung des DSB existiert erst seit ein paar Jahren in dieser Form: im stehenden Anschlag 30 Schuss über die Distanz von 50 Metern, wahlweise mit Zielfernrohr oder Diopter-Visierung – wobei die Zielfernrohre deutlichst in der Minderheit waren. Für manch einen mag sie eine Mitnahme-Disziplin sein, ist der stehende Anschlag doch Teil des Kleinkaliber-Dreistellungskampfes, für andere eine willkommene Alternative, wenn man den fordernden knieenden und liegenden Anschlag der olympischen Disziplinen meiden möchte. Doch auch einige Nachwuchsschützen waren zu sehen, die mit dem Luftgewehr angefangen haben und mit KK 50m in die Kleinkaliber-Disziplinen einsteigen. Noch relativ wenig frenquentiert, werden die Starter daher auch ohne Unterscheidung der Geschlechter lediglich in Jugend, Junjoren und Herren I unterteilt. Und in letztgenannter Altersklasse traten mit Daniela Breuer vom BSV Rheinhausen-Bergheim und Frank Wenders von der DJK Buchholz auch zwei Sportschützen aus Duisburg an.

Unter der Junisonne trug auf den Freiluft-Schießbahnen der Gymnicher St. Sebstianer ein sanfter Wind die frühsommerliche Hitze in den Schützenstand, in dem die Sportler in voller Montur aus Schießjacke, Schießhose, Schuhen und Handschuhen ihren Durchgang absolvierten. Für Daniela Breuer, die – nach einer Meisterschaftspause in der letzten Saison – zum ersten Mal in dieser Disziplin bei der Landesmeisterschaft und in Gymnich startete, kam entsprechend noch die mentale Anspannung dazu, was zu unbefriedigenden 245 Ringen und dem 41. Platz im Starterfeld von 44 führte. Frank Wanders dagegen tauschte bei seiner Platzierung die Zahlen aus. Mit 269 Ringen hatte er 91 Ringe in der letzten Serie, ein Ring mehr als die ergebnisgleiche Britta Noss vom Schützen-Verein Köln-Beyental, und belegte Platz 14. Der Landesmeistertitel ging mit 283 Ringen an Nicole Juchem vom Wissener Schützenverein.

Zimmer… was?

Unter Nummer 1.31 findet sich in der Sportordnung des Deutschen Schützenbundes eine der weniger beachteten Langwaffe-Disziplinen: Zimmerstutzen Auflage. Und so stellte es sich heraus, dass Harald Breuer vom BSV Rheinhausen-Bergheim über Seniorenklassen der einzige Schütze aus den rund 30 Duisburger Schützenvereinen war, der in dieser Disziplin bei den Landesverbandsmeisterschaft des Rheinischen Schützenbundes antrat.

Mit einem Kaliber von nur 4,65mm sind die Bleirundkügelchen, die einzeln eingelegt werden, nur wenig größer als die Geschosse in den Luftdruckdisziplinen. Vorgetrieben werden sie allerdings durch eine winziges Zündhütchen, das beim Laden hinter die Kugel gelegt wird – auf die Gefahr hin, dass das ganze beim nicht sorgfältigen Schließen des Verschlusses aus dem Lager springt. Hinzu kommt der kurze, glatte Lauf, der dem Geschoss nur wenig Führung gibt. Selbst beim Auflageschießen der Senioren ist die Präzision im Vergleich zum Luftgewehr oder Kleinkaliber Sportgewehr also eher eingeschränkt. Nicht umsonst wir die Disziplin zuweilen als „Glückscheiben-Schießen“ tituliert.

Ausschlaggebend für das geringe Starteraufkommen dürfte indes ein anderer Grund sein: Es gibt in ganz Duisburg keine Sportanlage, auf der diese Disziplin regulär trainiert werden kann. Zimmerstutzen wird über eine Distanz von 15 Metern geschossen. Da es sich um eine Feuerwaffen-Disziplin handelt – und seien die Treibladungen noch zu gering – benötigt ein Schießstand Sicherheitsmerkmale, die die vielfach vorhandenen, vereinseigenen 10-Meter-Stände für Luftdruckwaffen nicht erfüllen. Die Kleinkaliber-Stände in der Sporthalle Krefelder Straße wären zulässig, den Anlagen fehlt jedoch die Möglichkeit, Scheiben bei auf 15 Meter zu fahren. Mit viel Improvisation und dem guten Willen der Sportkollegen, ihr Training immer wieder kurzzeitig zu unterbrechen, war es für Harald Breuer immerhin möglich, sich innerhalb des letzten Jahres in die Disziplin einzuarbeiten. Bei seiner ersten Landesmeisterschaftsteilnahme reichte es in Dortmund damit einstweilen mit 256 von 300 Ringen für Platz 14 bei den Senioren II. Zum Vergleich: Landesmeister dieser Altersklasse wurde Ulrich Müller vom St. Sebastianus Schützenverein Düsseldorf-Bilk mit 282 Ringen.

Jetzt legen die Senioren auf

Nachdem Ende April die Damen und Herren sowie der Schießsport-Nachwuchs sich in Dortmund im Luftgewehr und Luftpistole gemessen hatten, standen nun die Landesverbandsmeisterschaften der Senioren in der Kerndisziplin Luftgewehr Auflage an. Dass die Damen und Herren ab 51 das Gewehr auf einen Ständer auflegen dürfen, mindert allerdings in keiner Weise den sportlichen Anspruch, im Gegenteil: In den Auflagedisziplinen ist jede Neun eine zu viel. Nicht von Ungefähr werden die 30 Schuss auf elektronischen in Zehntelringen gewertet.

Insgesamt fünf Duisburger Vereine stellten sich diesem Wettbewerb, allen voran jene, die bei den Freihand- und Nachwuchswettkämpfen keine Sportler am Start hatten: die Traditionsvereine St. Sebastianus Schützenbruderschaft von 1420 mit neun, der Bürgerschützenverein Wedau mit drei und der Bürgerschützenverein 1856 Walsum mit zwei Teilnehmern. Vier Sportschützen schickte der BSV Rheinhausen-Bergheim ins Rennen um die Ringe, zwei Starts konnte der SV Neuenkamp verzeichnen.

Das mit Abstand größte Teilnehmerfeld von 288 Startern war in der Klasse Senioren I m (51-60 Jahre) zu finden. Joachim Karnold von der St. Sebastianus Schützenbruderschaft erreichte hier mit Platz 101 (309,0 Ringe) die beste Duisburger Platzierung. Sein Vereinskollege Detlev Lazar landete mit 305,8 auf Platz 160, Markus Wolfgarten vom BSV Rheinhausen-Bergheim auf Platz 233 mit 299,7 Ringen. Einzige Seniorin I war Birgit Starnberg vom BSV Wedau (297,9) auf Platz 113 von 134 Startern. Detail am Rande: Landesmeister bei den Senioren I wurde für den Brühler Schießklub Norbert Zimmermann, Landessportleiter des Rheinischen Schützenbundes, mit 317,5 Ringen.

Zu einem Duell in Zehntelringen geriet der Vergleich zwischen den Schützen des BSV Rheinhausen-Bergheim und den 1420er im Mittelfeld der 173 Senioren II (61-65). Als bester Duisburger setzte sich Hans Peter Filbrandt (306,8) von den St. Sebastianern auf Platz 89 ab. Mit nur einem Zehntelring Vorsprung (305,6 gegen 305,5) kam der Rheinhauser Harald Breuer auf Platz 102 vor Dieter Horstkamp. Auch fünfzig Plätze weiter hatte ein Rheinhauser die Nase vorn. Klauspeter Hennes kam mit 296,8 auf Platz 156, Erwin Adams mit 296,3 auf Platz 160. Den Abschluss des Feldes machten Rainer Bachran vom BSV Walsum (291,2, Platz 167) und Wolfgang Walter vom BSV Wedau (286,7, Platz 171).

Auch bei den Seniorinnen II lagen die Plätze im unteren Drittel der Liste eng beieinander. Die beste Platzierung (35.) sicherte sich Hildegard Waggeling vom SV Neuenkamp mit 304,2, gefolgt von Elke Momber (St. Sebastianer, 302,5, Platz 40), Monika Mai (Wedau, 301,4, Platz 42) und Monia Breuer (Rheinhausen, 296,9, Platz 46). Den Abschluss machte auch hier der BSV Walsum mit Petra Bachran (279,1, Platz 56).

Deutlich lichter fiel schließlich das Aufgebot in den Klassen Senioren III (66-70), Senioren IV (71-75) und Senioren V (ab 76) aus. Josef Kaspers vom SV Neuenkamp (302,6) und Notker Neilson von den 1420ern (293,1) kamen bei den Senioren III auf die Plätze 88 und 127. Bei den Senioren IV und V war jeweils nur ein Schütze der 1420er dabei: Jochen Herzog, mit 198,3 auf Platz 77 und Fachschaftsleiter Lothar Bargel mit 300,7 auf Platz 60.

Wo der Schießsport in Duisburg lebt…

Wo in Duisburg der Schießsport lebt, zeigte sich zum Auftakt der Landesverbandsmeisterschaften des Rheinischen Schützenbundes am 27. und 28.04. Im Landesleistungszentrum des benachbarten Westfälischen Schützenbundes in Dortmund standen die Wettbewerbe in Luftgewehr und Luftpistole an. Aus den Schießsportabteilungen von DJK Buchholz, ETuS Wedau und PSV Duisburg, sowie dem ASV Kaldenhausen, Bergheimer Sportschützen, BSV Rheinhausen-Bergheim und SV Neuenkamp waren insgesamt 23 Sportler in 13 Wettbewerben am Start.

Luftgewehr und Luftpistole sind die Basisdisziplinen des Schießsports im DSB, in denen auch der Nachwuchs seine ersten Wettkampferfahrungen sammelt. Wie schon im Vorjahr war das Duisburger Aufgebot eher bescheiden. Nicolas Niedworok vom BSV Rheinhausen-Bergheim trat in der Jugendklasse (15-16 Jahre) mit dem Luftgewehr an und holte mit 326 Ringen den 27. Platz. In der Luftpistole wurde Julian Woller vom PSV mit 305 Neunter bei den Junioren II (17-18). Ebenfalls qualifiziert hatte sich Finia Hirche vom BSV, konnte ihre Startzeit aber nicht wahrnehmen. Allerdings steht die grade erst zwölf gewordene Schülerin erst am Anfang ihrer sportlichen Laufbahn, also kein Grund zur Hektik.

Bei den erwachsenen Schützen waren im Luftgewehr die Damen deutlich stärker vertreten als die Herren, insbesondere die Landersoberligisten vom DJK Buchholz. Während bei den Herren I (21-40) Michael Niesta mit 370 Ringen 47. und bei den Herren II (41-50) Frank Wenders (382) neunter, holten Nicole Dechner (384) und Miriam Niermann (371) bei den Damen I Platz 27 und 56, ergänzt durch Daniela Breuer vom BSV (374) auf Platz 52. Bei den Damen II kamen Sabine Lawrenz (376) und Sandra Kruß-Bossemeyer (374) auf Platz 4. und 5. Als einziger Verein mit Mannschaftswertung – drei Starter können eine Mannschaft bilden – landeten die DJK-Damen außerdem mit 1129 Ringen auf Platz 11. Einsamer Streiter für den SV Neuenkamp war schließlich Hans-Peter Massen bei den Herren III (51-60): Mit 344 Ringen kam er auf Platz 71.

Fast ganz in Männerhand dagegen zeigte sich die Luftpistole, und dabei vor allem in der des PSV, allerdings nur was die Starterzahl betraf. So schnitt bei den Herren II Gunnar Jobst von den Bergheimer Sportschützen am besten ab und landete mit 358 auf Platz 15, gefolgt von den PSV-Schützen Murat Işik (349/ 30) und Paul McCann (323/53) und Thorsten Aust vom ASV Kaldenhausen (322/54). Die höchste Platzierung der Duisburger Schützen in den Pistolenwettbewerben erreichte Adam Jemiola vom BSV Rheinhausen-Bergheim. Mit 364 holte er Platz 8 bei den Herren III. Erst weit dahinter folgten der Kaldenhauser Ralf Zweipfennig (345/44) sowie Frank Bauer (342/51) Marius Peter Martynko (340/54) und Michael Schmidt (318/82) vom PSV, die mit exakt 1000 Ringen auch auf Platz 17 in der Mannschaftswertung kamen. Als einzige Dame im Feld wurde Claudia Ernsfeld (PSV) mit 314 24. bei den Damen III. Bei den Herren IV (ab 61) schließlich trat das Trio Dieter Valvendick (324), Edgar Senger (316) und Albert Frericks (315) vom ETuS Wedau an und belegte die Plätze 57, 65 und 68, sowie Platz 23 in der Mannschaftswertung.

16 + 2 Medaillen für Rheinhausen

Gleich vornweg: Ein Rekordergebnis wie bei der Kreismeisterschaft, bei der 21 Titel an den BSV Rheinhausen-Bergheim gingen, war bei der Bezirksmeisterschaft des Bezirks Linker Niederrhein nicht zu erwarten. Bereits auf der zweitniedrigsten Ebene der Verbandsmeisterschaften treffen die Hobbysportler aus Rheinhausen hier auf hochklassige Konkurrenz, wie etwa den Bundesligisten SSG Kevelaer, Weltcup-Starter aus den Reihen des SCT Schmalbroich oder Großvereine wie die Sportschützen Niersland oder den SV Gut Schuss Brüggen, von deren sportlichen Möglichkeiten man in Duisburg nur träumen kann.

Nichts desto trotz können die Rheinhauser zufrieden sein. Nicht nur waren diesmal, trotz einiger Ausfälle, mit 48 mehr als Doppelt so viele Starter wie im Vorjahr dabei, sondern holten die Schützen mit zwei Bezirksmeistertiteln, zehn zweiten und vier dritten Plätzen deutlich mehr Medaillen als 2018 (dreimal Platz drei).

Besonders zum Erfolg beigetragen hatten diesmal vor allem die Pistolenschützen. Hier gingen Meistertitel in der Luftpistole an Martin Breuer (Herren I, 368) und Jessica Anoune (Damen II, 326). Für Volker Tiedtke bei den Herren II reichten 347 nur für Platz vier. Trotzdem ging auch hier der Titel nach Rheinhausen, nämlich an Gunnar Jobst von den Bergheimer Sportschützen (368). Noch knapper ging das Vereinsduell um den Medaillenrang in der 25-Meter-Pistole (Sportpistole) aus: Ringleich mit 268, hatte Gunnar Jobst in der entscheidenden letzten Serie drei Ringe mehr und sicherte sich Platz drei in der Disziplin. Volker Tiedtke hingegen holte Platz zwei in der 50-Meter-Pistole (Freie Pistole). Geradezu den zweiten Platz abonniert hatte außerdem Adam Jemiola (Herren III) mit 360 in der Luftpistole, 248 in der Freien und 268 in der Sportpistole.

Dünn besetzt waren auch bei der Bezirksmeisterschaft die Kleinkalibergewehr-Disziplinen. Trotz eher mäßiger Leistungen reichte es für Daniela Breuer (Damen I) zu Platz drei im KK 100 Meter, KK 50 Meter und im Liegendkampf, sowie Platz zwei im Dreistellungskampf. Im starken, von den Leistungssportlerinnen aus Kevelaer und Schmalbroich dominierten Feld, konnte sie mit Platz sechs im Luftgewehr durchaus zufrieden sein. Nachwuchsschütze Nicolas Niedworok hingegen holte mit dem Luftgewehr in der Jugendklasse ebenfalls den zweiten Platz, Finia Hirche (Schüler w) und Till-Luca Trollmann (Jugend m) jeweils Platz 5.

Nicht zuletzt trugen auch die Auflageschützen der Herren II und Seniorenklasse ihren Teil zum Gesamtergebnis bei. Mussten sich Harald und Monika Breuer (Senioren II) beim Luftgewehr noch mit Platz vier begnügen, holte Harald Breuer bei seinem Debüt mit dem Zimmerstutzen Platz 2, ebenso wie Monika Breuer und Holger Heinz (Herren II) im KK 100 Meter und Sascha Hirche (Herren II) im KK 50 Meter. In der gleichen Disziplin holte Monika Breuer außerdem Platz drei dem den Senioren II w.

Fast non-stop weiter geht es für Martin Breuer, Volker Tiedtke, Adam Jemiola, Daniela Breuer und Nicolas Niedworok bereits am 27. und 28. April mit den ersten Wettbewerben der Landesverbandsmeisterschaft in den Disziplinen Luftgewehr und Luftpistole in Dortmund.