Stehender Anschlag

Schießsportlicher Begriff

Der Stehende Anschlag ist eine von drei Anschlagsarten der Langwaffendisziplinen. Die weiteren Anschlagsarten sind Kniend und Liegend.

In der Grundhaltung des stehenden Anschlags positioniert sich der Schütze im rechten Winkel zum Anschusstisch, so dass der Körper eine Linie mit der Visierlinie bildet.

Die Füße stehen parallel oder mit leicht ausgestellten Fußspitzen etwa schulterbreit auseinander, um das Gewicht auf möglichst breiter Fläche zu verteilen. Schultern und Hüfte bilden dabei zwei parallele Linien und sind nicht gegeneinader verdreht, um Rechts- oder Linksabweichungen der Treffer zu vermeiden.

Der linke Arm (bei Linkshändern der rechte) stützt das Gewehr. Der Ellenbogen  wird dazu an der Hüfte abgestützt, so dass nicht allein der Arm das Gewicht hält, sondern es über Hüfte und Beine verteilt wird. Die Knie bleiben dabei gestreckt und knicken nicht ein, da sonst der Stand instabil wird. Das Bein unter dem Stützarm nimmt so den größten Teil des Gewichts des Gewehres auf, während das andere Beim den Körper abstützt.

Das Gewehr ruht auf der linken Hand, je nach Vorliebe des Schützen auf dem Fingerrücken der Faust, in der Handfläche oder auf den Fingerspitzen. Das Handgelenk sollte dabei möglichst nicht einknicken, um die Sehnen nicht zu überdehnen.

Die rechte Hand umfasst als Abzugshand locker den Griff des Schaftes. Der rechte Ellenbogen wird dabei nach am Körper gehalten. Ein abgespreitzter Ellenbogen baut eine Muskelspannung auf, die beim Schuss eine Abweichung verursachen kann.

Die Schaftkappe wird an die rechte Schulter oder den Ansatz des Oberarms gelegt, jedoch nicht feste angezogen, und das Gewehr so stabilisiert. Die Höhe des Schulteransatzes und der Beugelwinkel des Stützarmes müssen so aufeinander Abestimmt sein, dass das Gewehr in der Waagerechten liegt. Andernfalls sind Hoch- oder Tiefschüsse die Folge. Das Gewehr kann leicht zum Körper hin verkantet werden.

In einem korrekten Stehenden Anschlag ist die gesamte Körperstatik stabil, das Gewicht des Gewehres verteilt sich und die Waffe liegt in der Waage und deutet grade entlang der Visierlinie, ohne dass dabei irgendein Muskel aktiv angespannt werden muss, um die Position zu halten. Sollte dies der Fall sein, sollte der Anschlag neu aufgebaut werden, da sich angespannte bei der Schussabgabe entspannen, was dafür sorgt, dass der Schuss verrreißt.